AZ: Mombacher „Eulenspiegel“: Viermal ausverkaufte Narrhalla

Von Gerd Plachetka

Ein „gradgezogener Stuhlkreis“: Das, so der Enkel des CCM-Präsidenten, sei eigentlich das Komitee. Eigengewächs Julian Krost traf ins Schwarze, auch ansonsten wogte die Stimmung.

Er lieferte erneut eine politisch-bunte Presseschau als „Red-Akteur“: Rüdiger Schlesinger packte auch beim CCM aktuelle Themen in eleganten Wortwitz. Foto: hbz/Jörg Henkel

Er lieferte erneut eine politisch-bunte Presseschau als „Red-Akteur“: Rüdiger Schlesinger packte auch beim CCM aktuelle Themen in eleganten Wortwitz. Foto: hbz/Jörg Henkel

 
 
 
MAINZ – Wenn der Carneval Club Mombach „Die Eulenspiegel“ (CCM) zu seinen Kostümsitzungen aufruft, dann eilt das Narrenvolk unaufhaltsam in die Sporthalle des Mombacher Turnvereins. Vier Mal längst ausverkauft sagt deutlich etwas über die Qualität ihrer Saalfastnacht. Das diesjährige Motto verkündet der einmal wieder stimmungsgeladen-redebeflissene Sitzungspräsident Ansgar Klein, der sich sogar aktiv unter die Tanzgruppe „Fit for Dance“ mischt: „Der Bibelturm, der muss noch warten, bis endlich Geld ist in der Kass´. Der Gutenberg hätt’s drucken können, dann hätten alle ihren Spaß“. Und auch der aktuelle Eulen-Kampagnenorden zeigt, wie schön das neue Zuhause des Mainzer Druckerfürsten hätte aussehen können.
Politik
Als närrischer Oberkellner lässt sich einmal wieder der CCM-Aktive Axel Zimmermann in seine Kochtöpfe schauen. Bewegendes und Interessantes kredenzt er aus Politik, Sport und Gesellschaft. Dabei hat er für nahezu alles ein Rezept. Kostprobe gefällig? Bei Niedrigwasser könnte künftig Andreas Schmidt am Binger Loch die Staustufe stellen und so die Schifffahrt sichern.
 
 
Rüdiger Schlesinger liefert eine politisch bunte Presseschau als Red-Akteur. Er lässt schon mal vorsorglich dehydrierend Trump und May die EU verlassen, schickt den erfolglosen Olaf Scholz zur Fastnacht nach Wiesbaden und knackt ganz nebenbei das Passwort von Horst Seehofer.
WER WAR NOCH DABEI?

 
In der Bütt: Bernhard Knab als „Deutscher Michel“ und Marian Butscher als „Jungreporter“, Jens Baumgartner als „Apotheker“

Musik und Tanz: Schnorreswackler, Ballett Fit for Dance (Leitung: Katrin de Jong), Andi Ost, Oliver Mager mit Kapelle, Martin Heininger & Christian Schier als Technikerklärer, die Saalkapelle Soundcheck, die Spaßmacher Company.

 
 
Kokolores
Christoph Seib flunkert, noch nie eine Zugabe bekommen zu haben. Dabei lässt sein Vortrag – auch mit Klavier und Gitarre – eigentlich nichts zu wünschen übrig. So outet er sich als Hymnensänger, serviert Froschschenkelschnittchen mit „einfach Soß druff“, intoniert eine Ode an die Freude und schlüpft grandios in die Rolle eines tanzenden Musicaldarstellers.
Musik
CCM-Eigengewächs Julian Krost geht musikalisch den Fragen nach: Was ist ein Komitee und was machen die elf Kappenträger eigentlich? In ihrer Sitzordnung wird er fündig: „das ist der gradgezogene Stuhlkreis“, intoniert er. Dazu wird dem Saalpublikum visuell das Eigenleben unter dem Komiteetisch aufgezeigt – ein stimmungsvoller Song aus der Feder von Oliver Mager, wunderbar auf die Bühne gebracht vom talentierten Enkel des CCM-Präsidenten. „Loss de Kopp nit hänge, es wird schun widder gut“, präsentiert CCM-Straßenmusikant Pit Rösch mit Pauke den neuen Kampagnensong. Seine Texte lassen Herzen höher schlagen und stimmen das Saalvolk munter ein.
 
 
Tanz
Die 20 tanzenden „Balleteusen“ des TV Strinz-Margarethä verwandeln die Bühne in ein Wechselbad der Gefühle aus Feuer und Eis. Sie tauchen auf aus dem Eismeer unter stampfenden Discoklängen und tauchen ein mit dem Radetzkymarsch in die lodernde Unterwelt – mit vielen akrobatischen Szenen und einem taktsicheren Stepptanz in ihrem Finale.
Fazit
Eine in allen Belangen ausgewogene und stimmungsvolle Mombacher Eulen-Sitzung, die wieder einmal die Narren verzückte. Und wo gibt’s das schon – wenn auch nur temporär – mit Präsident Friedhelm Krost einen zwölften Mann im Komitee?

Fastnachtsauftakt in Mainz-Mombach mit christlicher Komponente (AZ)

                     Fastnachtsauftakt in Mainz-Mombach mit christlicher Komponente            

Von Gerd Plachetka
MOMBACH – Es hat eine lange Tradition, das Narrenlob in der Mombacher Herz-Jesu-Kirche mit einer Liturgie zu beginnen: quasi die närrische Mobilmachung mit christlicher Komponente. Schließlich ist die Fastnacht vor allem einer katholischen Mentalität geschuldet. Herzlich begrüßt Hausherr und „Seelebeitel“ der Mombacher Bohnebeitel Gottfried Keindl auch seine Kollegin Ilka Friedrich von der evangelischen Friedenskirche, alle örtlichen Vereine und anwesenden getarnten und enttarnten Kommunalpolitiker: neben anderen Ortsvorsteherin Dr. Eleonore Lossen-Geissler und Oberbürgermeister Michael Ebling. Unter den Klängen des Narrhallamarschs führt das Trommlercorps der Mombacher Prinzengarde die vielen Gardedelegationen aus Mombach und dem gesamten Stadtgebiet in den Altarraum und liefert ein erstes stimmungsvoll-vierfarbbuntes Bild.
In bester Andreas Schmidt Obermessdiener-Manier schwingt Bohnebeitel-Jungtalent Max Bohland auch verbal gereimt den Weihrauchkessel und fordert: „Äh bissche moderner kennt die Kerch schun soi“ und erntet dafür das erste „Ui-jui-jui“ aus den vollbesetzen Kirchenbänken. Dann sorgen Essensheims „Die Donnergugger“ für die nötige klerikale Klangfülle und werden von Keindl mit den süffisanten Worten verabschiedet: „Sind sie zu laut, bist du zu alt“. Die Gemeinde ist nun hellwach und empfänglich für feine Zwischentöne. Den närrischen Impuls setzen unter der Leitlinie von „Yellow Submarine“ der Beatles der Chor Mystic unter Leitung von Brigitte Wolter und den Pilzköpfe-Protagonisten Francisco Payan, Markus Kahler, Christian Kanka und Georg Philipp Melloni. Die parodierende Off-Stimme der Päpste Benedikt und Franziskus liefert dazu in unnachahmlicher Weise Bohnebeitel-Präsident Heinz Meller. Christan Bartmann in Husarenuniform verliest den närrisch-kirchlichen Introitus, deren Texte aus der Feder des verstorbenen Heinz Schier stammen. Keindls närrischer Mitbruder Norbert Pfaff singt das Schunkellied „Helau, Helau-luja“ auf die Heile, heile Gänsje-Melodie. Längst hat sich die ganze Gemeinde aktiv eingeklinkt und intoniert zum Abschluss das stimmungsvolle Lied: „Im Schatten des Doms“
 
Gut besucht war der Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche. Foto: hbz/Kristina Schäfer

Halbmond des CCM begrüßt Autofahrer

https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/stadtteile-mainz/mombach/halbmond-des-ccm-begrusst-autofahrer_19881902

Halbmond des CCM begrüßt Autofahrer

Von Gerd Plachetka

vor 10 Stunden

Eine närrische Begrüßung erwartet die Mainzer wieder Eingang zum Stadtteil Mombach – das Symbol des Carneval Clubs Mombach.

Bis Aschermittwoch bleibt die Figur auf dem kleinen Kreisel stehen.

 

 

MOMBACH – Seit dem Wochenende erstrahlt der überdimensional bunte närrische Halbmond wieder auf dem kleinen Mombacher Kreisel und begrüßt die Karnevalsverzückten in der nördlichsten Mainzer Narrenhochburg. Das schmunzelnde bunte Himmelsgestirn ist Symbol des Carneval Clubs Mombach „Die Eulenspiegel“ 1981 e.V. und lässt so manchen Autofahrer am Ortseingang erstaunen. Macht der lustige Halbmond nun einen närrischen Schmollmund oder riskiert er doch nur eine dicke Lippe? Die Frage bleibt wohl unbeantwortet. Sein verschmitztes Lächeln dagegen ist unstrittig und setzt bei so manchem Betrachter himmlische Träume frei. Am Abend gesellen sich dann seine Freunde – die Sterne – dazu und vervollständigen das närrische Firmament.

„Im Jahr 2014 feierte unser Carneval Club seinen 33. Geburtstag. Dazu wollten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen und irgendwie auch für das närrische Ansehen im Ort etwas tun“, berichtet Vereinspräsident Friedhelm Krost. Die Idee, ein überdimensioniertes Symbolbild zu schaffen, sei schnell geboren gewesen. Zumal man in den Vereinsreihen mit Dieter Wenger einen absoluten Fachmann für Motive und Skulpturen hatte. Schließlich ist er seit vielen Jahren der Wagenbauer des MCV. Seine erste Planzeichnung mit dem Halbmond habe sofort überzeugt. Und da sei es ganz selbstverständlich, dass Wenger mit seiner bewährten Mannschaft natürlich dann im Anschluss auch noch die Anfertigung übernommen habe, so Krost.

 

 

Seit sechs Jahren begrüßt das schmunzelnde Himmelsgestirn nun die Menschen, die über den kleinen Mombacher Kreisel an der Kreuzkapelle in den Stadtteil fahren. Achteinhalb Meter groß und sechs Tonnen schwer ist die weithin sichtbare Skulptur und ersetzt alljährlich von Jahresbeginn an bis Aschermittwoch den kleinen Sandsteinkreisel. Die Einweihung der Symbolfigur übernahm 2014 Oberbürgermeister Michael Ebling mit den Worten: „So etwas ist sicher einmalig, dass jetzt mit diesem wunderbaren CCM-Symbolbild auch an einer Stadteinfahrt auf eine Fastnachtshochburg hingewiesen wird“, erinnert sich Sitzungspräsident Ansgar Klein noch gut an die Rede von Ebling.